Dauerausstellung » 250 Jahre Naturwissenschaften

  • Gorilla / Gorille
  • Tortue / Schildpad / Turtle / Schildkröte (CITES)
  • Belgica (screen / écran / scherm / Bildschirm)
  • The fossilized tree stump from Hoegaarden in '250 Years of Natural Sciences'

250 Jahre Naturwissenschaften

In diesem Saal lernen Sie die denkwürdigen wissenschaftlichen Expeditionen, ungewöhnlichen Ausgrabungen, erstaunlichen Entdeckungen, bewegenden Geschichten und bemerkenswerte Exemplare kennen, die zur Entwicklung unseres Museums beigetragen haben. Mit seinen 37 Millionen Exponaten (Mineralien, Dinosaurier, Insekten, Schalentiere, Land- und Meeressäugetiere, …) besitzt das Museum heute nach Paris und London die drittgrößte naturwissenschaftliche Sammlung Europas! Das hätte Karl von Lothringen wohl nicht gedacht, als er 1751 sein Kuriositätenkabinett einrichtete …

Sehenswürdigkeiten

Ein Meteorit aus der Antarktis
  • Der Meteorit bei seiner Entdeckung - Foto Vinciane Debaille (ULB)

Im südlichen Sommer 2012-2013 sammelte ein belgisch-japanisches Team auf dem Nansen-Eisfeld in der Antarktis nicht weniger als 425 Meteoriten. Dieses am 28.01.2013 entdeckte 18 kg-Exemplar ist den belgischen Forschern zufolge der größte Meteorit, der seit 25 Jahren in der Ostantarktis entdeckt wurde. Zugleich ist er der fünftgrößte von über 16.000 Meteoriten, die in dieser Region je gefunden wurden.

Bei diesem Meteorit, der wahrscheinlich vom Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter stammt, handelt es sich um einen gewöhnlichen Chondrit, das heißt, um die Meteoritenart, die auf der Erde am häufigsten gefunden wird. Außergewöhnlich ist jedoch seine Größe. Urteilen Sie selbst: Sie können ihn jetzt im Saal, gegenüber der Belgica, aus der Nähe bewundern …

Der versteinerte Wald von Hoegaarden
  • Der versteinerte Baumstumpf

Im Jahr 2000 wurden in der Region Hoegaarden beim Bau der Hochgeschwindigkeitstrasse zwischen Brüssel und Lüttich Hunderte Baumstumpfe und einige Baumstämme, die allesamt versteinert waren, entdeckt.

Diese Bäume, die den Glyptostroboxylon sp. zugeordnet werden können, sind mit den Sumpfzypressen verwandt, die heute noch unter anderem in den Moorgebieten Louisianas und Floridas wachsen. Sie waren in einer Torf-Braunkohle-Schicht eingebettet, was auf eine Sumpflandschaft in der Region vor 55 Millionen Jahren schließen lässt.

Zählen Sie selbst die Jahresringe auf den ausgestellten fossilen Baumstumpfen.

 

Das Mammut von Lier
  • Das Mammut von Lier im Saal ‚250 Jahre Naturwissenschaften‘

In Lier (Provinz Antwerpen) werden 1860 bei Arbeiten am Fluss Nete die Überreste zweier ausgewachsener und eines jungen Mammuts, einer Höhlenhyäne, eines Pferds und eines Hirschs aus dem Jungpaläolithikum (vor 35 000 bis 10 000 Jahren) entdeckt.

1869 wird Louis De Pauw – dem einige Jahre später auch der Zusammenbau der Iguanodons von Bernissart anvertraut wird – damit beauftragt, das Skelett eines ausgewachsenen Mammuts zu rekonstruieren. Fehlende Knochen ersetzt er dabei durch Nachbildungen aus Holz. Die Besucher kommen aus ganz Europa, um das Ergebnis zu bewundern. Zu dieser Zeit ist nur im russischen Sankt Petersburg ein weiteres Skelett eines Mammuts in seiner mutmaßlich natürlichen Haltung zu sehen!

Das von De Pauw rekonstruierte Exemplar ist in diesem Saal ausgestellt.

Der Beutelwolf
  • Der Beutelwolf, auch Tasmanischer Wolf

Der Beutelwolf, auch Tasmanischer Wolf, ist ein australisches Beuteltier, das in der Lage ist, sein Maul äußerst weit zu öffnen. Oder besser: es war in der Lage, denn der Beutelwolf ist seit 1936 ausgestorben. Dieser scheue Fleischfresser wurde systematisch ausgerottet, denn es hieß, er gefährde die Schafzucht. Dabei ließ er sich ganz leicht zähmen …

Der hier ausgestellte Beutelwolf ist seit 1871 Teil unserer Sammlung! Da dieses historische Exemplar sowohl selten als auch äußerst empfindlich ist, müssen die Luftfeuchtigkeit und die Lichtverhältnisse in der Vitrine optimal sein. Deshalb geht das Licht in der Vitrine auch erst an, wenn der Besucher sich ihr nähert.

Betrachten Sie die Bilder des letzten gefangenen Beutelwolfs und hören Sie sich sein herzzerreißendes Geheul an …

Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen
  • Der Sibirische Tiger

Unsere Wissenschaftler werden im Rahmen internationaler Übereinkommen wie dem Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES) regelmäßig als Experten zurate gezogen. Ihre Aufgabe ist es, den Gesetzgeber zu informieren und Exemplare, die vom Zoll kontrolliert oder beschlagnahmt wurden, zu bestimmen.

Seit dem 22. Oktober 1987 ist der Sibirische Tiger, Panthera tigris altaica, in Anhang I des CITES aufgenommen, denn es lebten nur noch weniger als 3200 Exemplare dieser Art in freier Wildbahn in 2010 (laut WWF)! Das in diesem Saal ausgestellte Exemplar stammt von einer Beschlagnahme durch die Justizbehörden und wurde dem Museum 2006 vom Antwerpener Prokurator des Königs (Staatsanwalt) übergeben.

Die Belgica
  • Die Belgica, fest im Eis
  • Adrien De Gerlache

Die allererste wissenschaftliche Südpolexpedition mit internationaler Beteiligung ist der Initiative eines Belgiers, Adrien de Gerlache, zu verdanken. Die Expedition begann im August 1897 an Bord der Belgica.

Zwei Jahre lang erfassten die Wissenschaftler ozeanografische und meteorologische Daten und kartierten das Gebiet der heutigen „Meerenge von Gerlache“. Sie erstellten ein Arteninventar der terrestrischen Fauna und sammelten Exemplare der Meeresfauna… Es wurden zahlreiche neue Arten entdeckt, die dem Museum zur Verfügung gestellt wurden: Es dauerte knapp 50 Jahre, um sie alle zu studieren!

Hören Sie sich an den Multimediasäulen den spannenden Bericht über die Expedition an, verfolgen Sie ihren Verlauf und entdecken Sie, welche Ergebnisse dieses Abenteuer hervorgebracht hat.

Der Ishango-Knochen
  • Der ausgestellte Knochen
  • Jean de Heinzelin
  • Die vier Seiten des Ishango-Knochens

Der Ishango-Knochen wurde 1950 bei Ausgrabungsarbeiten, die von Jean de Heinzelin, einem Geologen des Museums, überwacht wurden, am kongolesischen Ufer des Eduardsees entdeckt. Es handelt sich dabei um ein 20 000 Jahre altes und 10 cm langes Stück Knochen, an dessen einem Ende ein Stück Quarz eingearbeitet ist.

Seine Besonderheit: Auf dem Knochen befinden sich Einkerbungen, die scheinbar in Gruppen eingeteilt sind. Auf einer Seite sind beispielsweise nacheinander Gruppen mit drei, sechs (2 x 3), vier, acht (2 x 4), fünf und zehn (2 x 5) Kerben zu sehen.

Betrachten und entschlüsseln Sie den Knochen an der Multimediasäule selbst.

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