Die reiche geologische Sammlung des Königlich-Belgischen Instituts für Naturwissenschaften (KBIN) umfasst Gesteine, Mineralien und Meteoriten, aber auch Bohrkerne und Beschreibungen von Bohrungen.


Ab Mitte des 19. Jahrhunderts sammelten Geologen Proben aus dem Untergrund, mit denen sie ihre Beschreibungen des ‚Unterirdischen‘ illustrieren konnten. Auf diese Weise entstand eine Lithothek: eine Bibliothek für Gesteinsproben. Die Sammlung wächst auch heute noch ständig und zählt derzeit etwa eine halbe Million Proben aus dem belgischen Boden.

 

Bohrkerne in unserer geologischen Sammlung
40 Kilometer Bohrungen

Größere Stücke, die sogenannten ‚Bohrkerne‘, werden in einem separaten Raum aufbewahrt. Alle Bohrkerne aneinandergereiht ergeben eine Länge von gut und gerne vierzig Kilometern! Neben den Bohrkernen stehen den Wissenschaftlern auch Bohrlochmessungen und –beschreibungen zur Verfügung. Die Bohrarchive stellen heute eine wertvolle Quelle dar, wenn es um die Suche nach unterirdischen Lagerungsmöglichkeiten für radioaktiven Abfall oder um die Suche nach Schiefergas geht. Da heute aufgrund finanzieller Zwänge immer weniger Bohrungen durchgeführt werden, gewinnen die historischen Bohrarchive immer weiter an Bedeutung.
 

Das selten vorkommendes Mineral 'Canvasit'
Mineralien und Steine

Das KBIN ist natürlich stolz auf seine Mineraliensammlung, die heute nicht weniger als 30.000 Exemplare umfasst – von Prachtexemplaren bis hin zu Exponaten, die mit dem bloßen Auge kaum erkennbar sind, von teuren bis hin zu weniger wertvollen Stücken. 5.000 dieser Exemplare wurden in Belgien gefunden, wobei 18 von ihnen erstmals entdeckt und bestimmt wurden. Die russische Mineralien- und Gesteinssammlung, eine Schenkung von Kronprinz Wilhelm von Oranien aus dem Jahr 1828, ist mit ihren 800 Exemplaren die älteste Teilsammlung.
 

Marmorsammlung des belgischen architekts Viktor Horta

In der petrologischen Sammlung finden Sie noch weitere 25.000 Gesteinsstücke aus der ganzen Welt. Besonderes Augenmerk verdienen hierbei die Marmorstücke aus Belgien – eine einzigartige Sammlung, die von einer ruhmreichen Vergangenheit zeugt. Das 300 Millionen Jahre alte belgische Marmorgestein wurde, vor allem in der Barockzeit, in zahlreichen historischen Gebäuden verarbeitet, unter anderem im Schloss Versailles. Die Marmorgalerie des KBIN – ein Prunkstück der Weltausstellung 1897 in Brüssel – liefert uns viele Informationen über die Steingruben am Ende des 19. Jahrhunderts, die heute nicht mehr in Betrieb sind.
 

Der Meteorit 'Mont-Dieu' ist geschnitten worden und das Bruchstück wird jetzt ausgestelt in unser Dinosaurier-Galerie.
Mon Dieu, was für ein Meteorit!

Die Meteoritensammlung mit ihren 500 Exemplaren ist womöglich die wertvollste aller Sammlungen. Durch die jüngsten belgisch-japanischen Expeditionen wird diese Sammlung immer weiter um antarktische Meteoriten bereichert. Das Glanzstück ist der 436 Kilogramm schwere Meteorit ‚Mont-Dieu‘, von dem ein 18 Kilogramm schweres Bruchstück in der Dinosauriergalerie des Museums ausgestellt ist. Die Luftfeuchtigkeit muss in den Räumen, in denen die Meteoriten aufbewahrt werden, übrigens sehr niedrig sein, da die Steine aus dem Weltall Eisen enthalten und deshalb rosten können. Und last but not least besitzt das KBIN auch kleine Brocken der Mondsteine, die die Astronauten Neil Armstrong und Buzz Aldrin von ihrem Apollo 11-Flug im Juli 1969 mitgebracht haben.

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