Operationelle Direktion Taxonomie und Phylogenie

Biologist looking at an insect through a microscope

Die Mitarbeiter der Operationellen Direktion (OD) ‚Taxonomie und Phylogenie‘ erforschen die biologische Vielfalt bei Tieren und deren Evolution, wobei Sie sich vor allem mit Artenbildung, Anpassung, biotischen Interaktionen und der sogenannten ‚integrativen‘ Taxonomie beschäftigen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt in diesem Zusammenhang unter anderem der Identifizierung neuer Taxa (z.B. durch DNA-Barcoding), der Auswirkung invasiver Arten, der Bedeutung chemischer Kommunikation bei Insekten, den Folgen der (Zer-)Störung von Lebensräumen, der Rekonstruierung phylogenetischer Beziehungen sowie der Debatte ‚Evolutionstheorie versus Kreationismus‘.

Unsere OD besitzt ein äußerst breites Fachwissen, wenn es um die Taxonomie von Säugetieren, Reptilien, Fischen, Stachelhäutern (Echinodermata), Krebstieren (Crustacea), Spinnen (Arachnida), verschiedenen Insektengruppen, Weichtieren (Mollusca), Ringelwürmern (darunter Wenigborster), Fadenwürmern (Nematoda) und Schwämmen (Porifera) geht. Die umfangreichen Sammlungen unseres Instituts mit ihren zahlreichen Typenexemplaren und Referenzsammlungen sind für unsere Forschung ein unerlässliches Hilfsmittel.

Unsere Wissenschaftler betreiben nicht nur in Belgien, sondern auch in der Antarktis, im Kongobecken, auf den Galapagosinseln, in Südostasien sowie auf den Makaronesischen Inseln Feldforschung. Bei den Forschungsarbeiten in unseren Laboratorien verfolgen sie einen interdisziplinären Ansatz, der Anatomie, Mikroskopie, Bioinformatik und DNA-Analyse (in unserem Labor für Molekulare Systematik) miteinander vereint. Außerdem trägt unsere OD stets zu den neuesten Entwicklungen wie DNA-Sequenzierung der nächsten Generation (NGS), Computertomographie und Modellierung von Artenverbreitungen bei.

Obgleich die Forschungsarbeiten der OD meist einen grundlegenden Charakter aufweisen, gehen aus ihr auch praktische Anwendungen hervor. Beispiele hierfür sind die Anlage (öffentlich zugänglicher) Datenbanken zur biologischen Vielfalt, die Entwicklung und Anwendung von Identifizierungsmethoden sowie die Bereicherung der Referenzsammlungen.

Die OD misst auch der Öffentlichkeitsarbeit (Dienste und Aktivitäten für das breite Publikum) große Bedeutung bei. Sie organisiert in dieser Hinsicht Führungen ‚hinter die Kulissen‘ des Instituts (Backstage Tours), Vorträge und Seminare, spricht politische Empfehlungen aus, beantwortet Fragen der Öffentlichkeit und der Medien, identifiziert Exemplare, betreut Studenten, unterstützt die ‚Citizen Science‘-Initiativen und veröffentlicht populärwissenschaftliche Artikel.

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